Association pour la Formation et l'Insertion des Handicapés (AFIH)

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Verein für die Ausbildung und Eingliederung von Behinderten

Der AFIH wurde am 30. August 1999 ins Leben gerufen. Die Organisation und Verwaltung übernimmt ein ehrenamtliches Direktionskomitee, das sich aus Eltern und medizinischen Fachleuten zusammensetzt. Die Arbeit des Vereins wird durch staatliche Fördermittel und private Spenden finanziert.

Sein Zweck besteht in erster Linie darin, leicht- bis schwerbehinderten Jugendlichen, die aus den benachteiligten Vierteln der Hauptstadt Tunis stammen, die Chance zu einer beruflichen Ausbildung zu geben. Die Fürsorge und Erziehung der Kinder beginnen jedoch bereits im frühen Alter.

Der Verein betreut zur Zeit 370 Kinder und Jugendliche in vier Halbtagseinrichtungen, die jeweils spezielle Aufgaben im Bereich der Behindertenpflege übernehmen, um eine langfristig effektive Erziehung bzw. Ausbildung der jugendlichen Behinderten zu ermöglichen.

1. Vorsorgestation: Die Aufgaben der Vorsorgestation bestehen darin, Neuankömmlinge medizinisch zu untersuchen und die Fähigkeiten und Kapazitäten der Kinder herauszufinden, um sie in ihrem Niveau entsprechenden Gruppen einteilen zu können. Außerdem leistet die Vorsorgestation, wie der Name es bereits sagt, Präventionsarbeit. Das bedeutet zum Beispiel die Aufklärung junger Menschen hinsichtlich sexueller Beziehungen oder die Information über die Risiken und Folgen einer innerfamiliären Heirat (in der arabisch-islamischen Welt keine Seltenheit). Ärzte und andere Fachkräfte versuchen diese Inhalte durch Seminare, Vorträge oder durch Einzelgespräche zu vermitteln. Überdies dient die Vorsorgestation auch als Anlaufstelle für verzweifelte Eltern und Angehörige, die ein behindertes Kind in ihrem Familienkreis haben und sich in einer schwierigen Situation befinden. Das Therapeutenteam hilft mit konkreten Ratschlägen und leistet den Betroffenen jederzeit Beistand.

Freiwillige soziale Dienste in Tunesien mit El Qantara - Die Brücke e. V.
Freiwillige soziale Dienste in Tunesien mit El Qantara - Die Brücke e. V.

2. Vorschule: In der Vorschule werden Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren betreut und unterrichtet. Mehrere Erzieherinnen und Erzieher widmen sich den Kindern, die ihrem Geschlecht und ihren geistigen Fähigkeiten nach in verschiedene Gruppen aufgeteilt sind. Sie lernen neben den üblichen Kulturtechniken auch die eigene Selbstständigkeit, die Hygiene usw. zu verbessern.

2. Ausbildungsstätte: In den gut ausgestatteten Ateliers werden die Jugendlichen in verschiedenen handwerklichen Berufen ausgebildet. Die Jungen erlernen Berufe wie Tischler oder Töpfer, die Mädchen werden als Näherinnen ausgebildet. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung können die behinderten Jugendlichen den Einstieg in die Arbeitswelt schaffen, somit einen sicheren Fuß in der Gesellschaft fassen und ein eigenständiges Leben führen. Neben der Ausbildung nehmen die Jugendlichen am schulähnlichen Unterricht teil, um außer beruflichen Kenntnissen auch globales Wissen zu erlangen. Unterrichts- und Ausbildungsstunden sind durch einen Stundenplan genau geordnet, auch Freizeitaktivitäten wie Gruppenausflüge und Sport sind regelmäßig vorgesehen.

4. Therapeutischer Bauernhof: Die neueste Einrichtung des AFIH ist ein pädagogisch-therapeutischer Bauernhof, der im Umland der Hauptstadt Tunis gelegen ist. Dort kommen die großstädtischen Kinder und Jugendliche in Kontakt mit der Natur und lernen dabei den Umgang mit den Tieren und ihrer Umwelt. Der Bauernhof ist zum einen Ausflugsziel für die Gruppen, die in den Einrichtungen der Stadt betreut werden, und zum anderen eine weitere Ausbildungsstätte. Die behinderten Jugendlichen werden im Gebiet der Landwirtschaft ausgebildet. Unter professioneller Anleitung bauen sie mehrere Gemüse- und Früchtesorten an und kultivieren Olivenhaine. Zudem betreiben sie Vieh- und Geflügelzucht und erzeugen Honig durch Bienenzüchtung.

Tätigkeiten und Arbeitszeit der Dienstleistenden

Die Dienstleistenden werden während ihrer Dienstzeit auf dem therapeutischen Bauernhof in Sidi Thabet eingesetzt. Ihre Hauptaufgabe: Sie betreuen und unterstützen die behinderten Kinder und Jugendlichen bei ihrem Besuch bzw. ihrer Ausbildung auf dem Bauernhof. Sie begleiten die Mädchen und Jungen bei der landwirtschaftlichen Arbeit und helfen ihnen in unterschiedlichen Alltagssituationen. Sie sind Erzieher und fördern die Kinder, indem sie ihnen zeigen, wie sie bestimmte Aufgaben besser erfüllen können. Außerdem sind die Dienstleistenden für die Wartung des Bauernhofes zuständig und übernehmen hausmeisterliche Tätigkeiten. Ferner werden die Dienstleistenden gebeten, Dokumentationen und Präsentationen über den Verein und seine Aktivitäten anzufertigen.

Die Arbeitszeiten der Dienstleistenden sind denen des restlichen Personals angeglichen, das heißt montags bis freitags von 9:00 Uhr bis 16:00 Uhr. Am Wochenende und an den üblichen Feier- und Ferientagen sind die Dienstleistenden wie ihre Kollegen von der Arbeit freigestellt. Durch diese Arbeitsregelung wird ein erstes Zugehörigkeitsgefühl erzielt.